Sonntag, 18. Mai 2014

Jesus segnet die Kinder (Markus 10, 13-16)

Ansprache beim Gottesdiest zum 20. Geburtstag der Ev. Kindertageseinrichtung "Spatzennest" in Wilnsdorf


Nun wollen wir eine Geschiche über Jesus hören. Und dafür brauchen wir die Bibel.

Wer mag sie herbei bringen? (ein Mädchen holt die Bibel vom festliche geschmückten Tisch)

Vielen Dank!

Die Geschichte über Jesus, die wir heute morgen hören wollen, steht gleich dreimal in der Bibel. So wichtig ist sie.


Die Geschichte beginnt damit, dass vor langer Zeit, damals als Jesus auf der Erde lebte, in einem kleinen Ort in Israel so richtig was los war. Vielleicht ganz ähnlich wie heute hier bei uns. Denn auf einmal hatte es geheißen: "Jesus kommt!" Und dann kamen die Leute in Scharen, denn alle wollten gerne dabei sein und Jesus sehen.

Warum war das wohl so? Was war so interessant daran, Jesus zu sehen? Wir fragen am besten mal die Kinder: Habt Ihr eine Idee, warum das so war?

Ein Kind: "Der konnte alles heilen!" Und er hat spannende Geschichten erzählt, das berichteten die Kinder auch noch.

Ja, genau, und darum wollte eben viele dabei sein und Jesus sehen. Und dann, mitten in dem allgemeinen Gedrängel, waren da mit einem Mal unwahrscheinlich viele Kinder. Manche von ihnen waren so klein, dass sie gar nicht selbst laufen konnten. Sie mussten von ihren Müttern und Vätern oder vielleicht auch von den Omas oder Opas auf dem Arm getragen werden.

Wir können uns gut vorstellen, dass das nicht allen recht war und dass es Erwachsene gab, die jetzt gernervt mit den Augen rollten: "O Schreck, was kommt denn da für eine Rasselbande!?"
Das kommt ja machmal vor, dass Erwachsene sich gestört fühlen. (Zu den Kindern gewandt): "Kennt Ihr so was auch?"

Ein Mädchen: "Ja, mein Papa, der rollt auch immer mit den Augen!" (diese ebenso spontane wie offensichtlich von Herzen kommende Reaktion führt zur allgemeinen Erheiterung....). 

Die Freunde von Jesus, die immer mit ihm unterwegs waren, haben sich wohl gedacht: "Hier müssen wir aber mal für Ordnung sorgen! Jesus ist schließlich nicht zum Spaß hier!" Und darum sind sie zu den Eltern mit ihren Kindern gegangen und haben sie fortgeschickt.

Was sie nun genau gesagt haben, steht nicht in der Bibel. Aber wir können es uns ja leicht vorstellen, wie das gewesen sein muss: "So, liebe Kinder," werden sie gesagt haben: "nun geht aber mal schön wieder spielen. Das hier ist doch sowieso nichts für Euch. Ihr seid noch zu klein für Jesus." Und zu den Eltern: "Bitte haben Sie Verständnis, dass Sie nicht bleiben können. Dies hier ist eine Veranstaltung für Erwachsene."

Aber dann hat Jesus das mitgekriegt. Er hat sich eingemischt. Richtig ärgerlich geworden ist er. Und er hat seine Freunde geschimpft: "Ja, Mensch Leute! Habt Ihr denn immer noch nicht verstanden, worauf es ankommt? Selbstverständlich habe ich Zeit für die Kinder!" Er hat gesagt:
"Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran. Denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes da. Wer sich das Reich Gottes nicht schenken lässt wie ein Kind, wird nie hinein kommen" (Markus 10, 14 zit. nach der Basisbibel). 

Jesus hat die Erwachsenen einfach warten lassen. Er hat sich Zeit genommen für die Kinder. Vermutlich hat er sich zu ihnen gesetzt und sie haben zusammen gespielt und getobt. Bestimmt haben sie gelacht und Spaß gehabt zusammen.

Und dann hat Jesus die Kinder auf den Arm genommen und ein Kind nach dem anderen gesegnet.

"Wie hat Jesus das wohl gemacht? Wie geht das, wenn man jemanden segnet?"

Ein Junge zeigt es ganz anschaulich und und führt konzentriert eine schöne segnende Handbewegung vor.

Ja, genau. Segnen, dafür braucht man seine Hände und man sagt etwas dazu: "Ich segne Dich".

So hat Jesus es auch bei den Kindern gemacht. Er hat ihnen seine Hand auf den Kopf gelegt oder vielleicht an an den Arm und dann hat er gesagt: "Gott segne dich!". Das heißt soviel wie: Gott freut sich über dich. Er hat dich liebt, wo wie du bist, er möchte, dass es dir gut geht."

Und das war richtig schön.

Gerade die Mütter und Väter, die heute Morgen hier sind und die Omas und Opas, die können sich das sicher gut vorstellen: Denn das wünschen wir uns ja auch für unsere Kinder. Dass sie willkommen sind, so wie sie sind. Nicht nur bei uns, sondern generell.

Denn das ist wichtig für Kinder: Dass sie nicht gleich kritisch beäugt werden: Diese Kind ist zu dick und ein anderes ist zu dünn. Dieses Kind ist zu unruhig und das andere nicht aktiv genug. Das ist für Eltern heute oft ein Riesen-Streß, eine ständige Sorge: "Hoffentlich kommt mein Kind mit! Hoffentlich lernt es genug. Es soll doch später im Leben mal Erfolg haben!"

Die Geschichte von Jesus zeigt uns, dass wir uns von solchen Gedanken nicht verrückt machen lassen dürfen. Jesus schaut Kinder nicht kritisch an. Er prüft nicht ab, was sie schon können und was nicht. Weil das eine reine Nebensache ist.

Die Hauptsache für Jesus ist: Dass ein Kind das tief im Herzen versteht: Ich bin willkommen. Ich werde geliebt. So wie ich bin. Ich gehöre dazu zur großen Familie Gottes.

Und darum segnet Jesus die Kinder. Und das will er auch heute noch tun.

Nun ist das ja so mit Jesus, das wissen die Kinder im Spatzennest, die schon mehr Geschichten über ihn gehört haben: Jesus möchte, dass wir das, was er tut, nachmachen. "Folge mir nach!", das hat er oft gesagt. Und das bedeutet ja nichts anderes als: "Mach es so wie ich!".

Und darum können wir uns von Jesus auch das Segnen abgucken. Segnen ist nämlich überhaupt nicht schwer. Jeder kann es lernen.

Mütter und Väter können das bei ihren Kindern tun, beim Gute-Nachtsagen zum Beispiel. Omas und Opas können ihre Enkelkinder segnen. Und die Kinder können das auch untereinander tun.

Wir haben uns im Vorbereitungsteam überlegt: Alle, die das möchten, können es jetzt einmal ausprobieren. Und wer sich nicht so recht traut, der kann es ja vielleicht zuhause für sich einmal üben und den Teddybär segnen oder die Puppe.

Also: Wir stehen jetzt einfach mal auf und alle, Kinder die gerne mitmachen möchten, können sich jetzt hier zu zweit hinstellen und sich gegenseitig segnen. So wie ich das jetzt bei der Ina tue:

Wir legen unsere Hand vorsichtig an den Arm des anderen. Und dann sprechen wir den anderen mit Namen an und sagen (Ina segnend): "Ina, Gott segne dich!"

Kindersegnung (eine Erzieherin gibt Hilfestellung)

Vielen Dank! Jetzt haben, glaube ich, alle die das gerne wollten, die Gelegenheit gehabt, gesegnet zu werden und zu segnen. Und gleich am Ende des Gottesdienstes, da bekommen wir dann auch alle noch einen Segen zugesprochen.

Denn das ist gut für und alle, das soll jeder von uns wissen:

Gott hat mich lieb. Er freut sich über mich, so wie ich bin. Bei ihm bin ich willkommen.

Amen.







 









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