Liebe Seniorinnen und Senioren,
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| Bildrechte: Ev. Kirchenkreis Siegen / zur freien Verwendung |
Verkehrsspiegel sind eigentlich eine praktische Sache.
Sie helfen dabei, sicher abzubiegen, wenn die Sicht verbaut oder sonst wie erschwert ist.
Ich mag diese Spiegel trotzdem nicht.
Sie sind mir nicht ganz geheuer.
Kann ich dem, was der Spiegel mir
zeigt, wirklich vertrauen?
Zumal es ja keine gewöhnlicher,
sondern ein gewölbter Spiegel ist?
Das Bild, das ich sehe, ist merkwürdig verzerrt.
Das Bild, das ich sehe, ist merkwürdig verzerrt.
„Bei dem HERRN findet man Hilfe“,
Das zu glauben,
oder, besser gesagt:
dem zuzustimmen,
davon vielleicht sogar zu singen,
fällt mir nicht schwer.
So lange die Straße meines Lebens schnurgerade vor mir liegt.
Wenn es allerdings eng wird,
und unübersichtlich,
dann ist das plötzlich überhaupt nicht mehr leicht.
Dann kann das sogar richtig schwer
sein,
das zu glauben,
und nicht nur zu behaupten,
sondern mich wirklich ganz und gar
darauf zu verlassen,
dass das stimmt,
für mich,
für meine Lieben,
für uns alle miteinander:
„Bei
dem HERRN finden wir Hilfe“
Auch jetzt, gerade jetzt. In diesen
Tagen, wo die Fachleute sagen:
„Wir stehen erst am Anfang der Pandemie“
und
„Bis
ein Impfstoff verfügbar ist, wird es noch viele Monate dauern“.
„Bei dem HERRN findet man Hilfe“,
Der Psalm, dem dieser Vers entnommen
wird, wird David zugeschrieben und in Verbindung gebracht mit den dunkelsten
Stunden seines Lebens. Als er, der große König, realisieren musste, dass Absalom,
sein eigener Sohn einen Putschversuch gegen ihn unternommen hatte. So dass
David Jerusalem verlassen musste[i]. Überstürzt. Fluchtartig, in
höchster Not.
„Er
hat keine Hilfe bei Gott!“ (Psalm 3, 3b).
David hat sehr wohl die Stimmen im Ohr, von denen, die
mit Absalom gemeinsame Sache machen.
Aber er gibt diesen Stimmen keine Macht.
David
überblickt seine Situation nicht.
Er weiß nicht, wie diese fürchterliche Sache
ausgehen wird, die unversehens über ihn gekommen und in die er plötzlich hineingeraten
ist.
David kennt den Ausweg nicht.
Aber er verlässt sich darauf, dass
Gott da ist, trotz allem.
Das bei IHM,
Adonai[ii],
dem Schöpfer und
Erhalter der Welt,
tatsächlich Hilfe ist.
Auch wenn er, David, jetzt noch nicht
weiß und auch nicht wissen kann, wann diese Hilfe kommt und wie sie im Einzelnen
aussehen wird.
Ich bin nicht so glaubensstark wie
David.
Aber ich möchte das gerne lernen:
Darauf zu vertrauen, dass Gottes Hilfe
kommen wird,
zu seiner Zeit, nach seinem Plan.
Auch jetzt, in dieser so noch nie
dagewesenen Situation in unserem Land und auf der ganzen Welt. Gerade jetzt.
„Bei dem HERRN findet man Hilfe“
Gebet:
Herr,
unser Gott,
Du siehst die Gefahr, die über uns und über Menschen auf der ganzen
Welt gekommen ist.
Wir bitten Dich:
Komme uns zu Hilfe.
Schütze die besonders
Schutzbedürftigen.
Stehe allen bei, die sich um die Schwerkranken kümmern,
tröste alle, die einen lieben Menschen verloren haben.
Sei bei denen, deren
Leben auch ohne diese Krankheit schon schwer gezeichnet ist von Elend und Not.
Wir denken dabei besonders an die Flüchtlinge an den griechischen Grenzen.
Herr,
unser Gott:
Wir bitten Dich, verhilf den Forschern und Forscherinnen zu
hilfreicher Erkenntnis.
Gib den Politikern und den Politikern Weisheit,
lass
sie die richtigen Entscheidungen treffen.
Wir bitten Dich, stärke uns alle,
dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen,
hilf uns die auferlegte äußere
Distanz zueinander zu ertragen.
Schenke uns Mut und Phantasie,
einander
trotzdem nahe zu sein.
Schenke uns allen ein ruhiges Herz, trotz allem.
Ein
Herz, das Dir vertraut und das mit Deiner Hilfe rechnet.
AMEN.
Ich grüße Sie und Euch alle sehr
herzlich – seid behütet und beschützt!
Heike Dreisbach, Prädikantin Ev. Ref.
Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf, Referentin für Erwachsenenbildung Ev.
Kirchenkreis Siegen
heike.dreisbach@kirchenkreis-siegen.de
Telefon häusliches Büro: 02739 - 8987839
Zum Hintergrund:
Während der Corona-Krise müssen die die beliebten Senioren-Cafés in Niederdielfen und auf dem Rödgen leider ausfallen. Ebenso wie die Frauenhilfs-Zusammenkünfte, bei denen sich in der Regel ebenfalls Seniorinnen treffen. Unsere GemeindeSchwester Sonja Sabel hat darauf hin die Aktion "Senioren-Café-to-go" gestartet. Sie hat 200 Päckchen gepackt: Kleine Papiertüten mit einem abgepackten Muffin, einer Postkarte (s.o.), einer "Anleitung" und eben der oben nachzulesenden Andacht. Diese Päckchen sind dann zu den Senior*innen gebracht worden, mitsamt einem an der Haustür übermittelten Hilfeangebot für Einkäufe etc.
Während der Corona-Krise müssen die die beliebten Senioren-Cafés in Niederdielfen und auf dem Rödgen leider ausfallen. Ebenso wie die Frauenhilfs-Zusammenkünfte, bei denen sich in der Regel ebenfalls Seniorinnen treffen. Unsere GemeindeSchwester Sonja Sabel hat darauf hin die Aktion "Senioren-Café-to-go" gestartet. Sie hat 200 Päckchen gepackt: Kleine Papiertüten mit einem abgepackten Muffin, einer Postkarte (s.o.), einer "Anleitung" und eben der oben nachzulesenden Andacht. Diese Päckchen sind dann zu den Senior*innen gebracht worden, mitsamt einem an der Haustür übermittelten Hilfeangebot für Einkäufe etc.
Dies hier ist der Text der Anleitung, falls jemand die Aktion kopieren möchte, was selbstverständlich kein Problem ist.
Guten Tag,
Sie halten gerade ein kleines "Senioren-Café-to-go" in der Hand. Auch wir müssen unsere Veranstaltungen absagen. Daraus ist eine neue Idee geboren worden.
Vielleicht fragen Sie sich: Was ist das? Und - wie geht das?
- Kochen Sie sich eine Tasse Kaffee oder Tee.
- Öffnen Sie die Verpackung des kleinen Küchleins und legen Sie es auf einen Teller.
- Nehmen Sie die kurze Andacht und lesen Sie sie in Ruhe, während Sie den Kuchen und den Kaffee genießen.
- Und wenn Sie dann noch an ein paar liebe Mitmenschen und Wegbegleiter denken und zum Telefonhörer greifen, um sie anzurufen, dann wenden wir gemeinsam die Corona-Krise in eine Corona-Chance. Nämlich die Chance, uns wieder mehr um unsere Freunde, Bekannte, Nachbarn zu kümmern.
Im Namen der Ev. Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf
Ihre GemeindeSchwester Sonja Sabel
Dann der Text: Nicht alles ist abgesagt... als Foto mit Regenbogenmotiv.
[i]
Nachzulesen in 2. Samuel 15 - 18
[ii] Da wo
in der Luther-Übersetzung „HERR“ in Großbuchstaben steht, steht im Hebräischen
Text der Gottesname, der nicht ausgesprochen werden soll (JHWH). Ersatzweise
lesen die jüdischen Gläubigen u.a. „Adonai“, was wortwörtlich übersetzt werden
kann mit „Mein Herr“. Allerdings hat „Adonai“ im Hebräischen einen
vertrauensvollen, zärtlichen Beiklang, anders als das Wort „Herr“ in unserem
üblichen Sprachgebrauch.

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